Ist Twitter der Crocs des Internet?

Ich habe neulich diesen Vergleich von David Armano gefunden (ich liebe seine Beiträge) und sofort gedacht: passt irgendwie saugut! In seinem Beitrag „Why is Twitter Exploding? Because it’s A Conversation Ecosystem.“ bringt er vieles um den Microblogging-Dienst Twitter zusammen, was mich auch schon länger beschäftigt.

Bei vielen Web-Powerusern hat sich das Twittern mittlerweile genauso etabliert, wie früher mal das Bloggen oder der IM-Dienst ICQ. Twitter ist im Internet nicht mehr wegzudenken und der Fail Whale, der bei technischen Störungen in Twitter erscheint, hat sogar schon eigene Merchandising-Artikel und eine Fangruppe auf Facebook :-)


(Der Twitter Fail Whale – so sieht er aus. Goldig oder?)

Doch genauso groß ist auch die Ablehnung bei vielen Webnutzern, die mit typischen Parolen wie „ach, dafür hab ich keine Zeit“ und „alles was für Selbstdarsteller und Nerds“ zwar schon ein bisschen Recht haben – dem Dienst aber nicht mal die Chance geben, von ihnen kennen gelernt zu werden. Für alle, die das gerne noch nachholen möchten: Dr. Web hat mal eine gute Erklärung veröffentlicht.

David Armano hat also verdammt recht, wenn er Twitter mit den häßlichsten Gummischuhen der Welt vergleicht. Leute, die bis jetzt nicht Twitter-Nutzer sind, werden es wohl auch erstmal nicht werden. Es sei denn – 0815-Dienste wie WKW bringen irgendwann ein Twitter-Feature raus, mit originellem Namen, wie z.B. „Live-Nachricht“ – dann wird plötzlich getwittert was das Zeug hält (in geschätzten 5 Jahren – frühestens :-) Genauso verhält es sich mit den Crocs. Ich muss nach einmaligem Anprobieren zugeben, sie sind leicht und sehr bequem – aber sie sehen furchtbar aus! Ganz schlimm! Bäh! Der Punkt „might like after trying“ passt also nur auf Twitter, denn die Crocs Schuhe sind so häßlich, dass sie das nicht durch Tragekomfort kompensieren können (meiner Meinung nach). Kommt aber auch wieder auf die Zielgruppe an natürlich.

Für mich bietet Twitter immernoch tolle Vorteile , wie z.B. das Einbinden in Netzwerke oder Blogs, oder die Aktualisierung per Handy, – dezentral quasi. Ich stehe irgendwo am Bahnhof und sehe was lustiges – oder habe einen interessanten Gedanken. Durch Twitter kann ich gleich loslegen, ansonsten hab ich ihn vielleicht verloren bis ich zu Hause vor dem Rechner sitze.

Die Direktlinks von anderen Twitternutzern haben mir schon oft geholfen: man twittert einfach „kennt jemand eine Software für xyz“ ins „Twitterverse“ und innerhalb weniger Minuten hat man meistens eine Antwort darauf – ein menschliches Google sozusagen :-)

Auch die Verkürzung von Links durch Tinyurl ist ein super Feature, das längst überfällig war und Twitter bietet das serienmäßig bei jedem Eintrag den man macht. Auch ein anderes Phänomen ist mir bei mir selbst noch aufgefallen: man twittert mal schnell durch die Gegend, doch dadurch bleibt das Blog für überlegtere, längere Themen, die man nochmal reflektiert. Einfache Fundstücke unkommentiert – das ist mitterweile eher was für Twitter. Ich finde das gut, denn dadurch bleibt das Blog aufgeräumter und man hat eine wertvollere Dokumentation am Ende :-) (denn als Dokumentation sehe ich das ja alles irgendwie). Oder?

Na jedenfalls kann ich mich sehr für Twitter begeistern, für die Crocs auf keinen Fall. Aber das hat eher mit ästhetischem Empfinden zu tun. Menschen mit faschistoiden Zügen, werden Spaß haben an der Crocs-Hasser-Website, die seit Januar 2007 online ist (ja, so etwas gibt es :-) Muss ich gleichmal twittern…

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s