Die Qual der Wahl oder die Entsnobbisierung des ToGo-Kaffees

Es hat klein angefangen, damals, bei McDonalds. Man wählt ein Menü, dann dessen Größe, dann das passende Getränk. Das Maximenü forderte uns dann etwas mehr heraus, indem man zusätzlich zwischen Pommes und Salat wählen soll. Ein Besuch bei Subways ist weitaus anstrengender, da man erst das Brot, dann den Belag, dann getoastet oder nicht, dann die Saucen und am Ende das Getränk auswählt. Aber geht man das erste Mal zu Starbucks, dann erlebt man eine Vielfältigkeit, dass es für die einen eine Freude, für die anderen aber ein Elend ist. Denn neben der Größe wählt man auch die Milch, kalt oder heiß, weiß oder schwarz, gerührt oder geschüttelt, hunz oder kunz oder sonstwas aus. Ganz zu schweigen von der köstlich vielfältigen Kuchenauswahl :-)

Der Psychologe Barry Schwarzt verfolgt den Zusammenhang zwischen Ökonomie und Psychologie – im Besonderen ist er mit der Überforderung der Gesellschaft durch eine übergroße Auswahl beschäftigt – die sprichwörtliche „Qual der Wahl“ also. Auf TED findet man einen seiner sehr interessanten Vorträge „The paradox of choice„!

Die Frage ist doch: wollen wir wirklich soviele unwichtige Entscheidungen treffen? Ständig und überall? Lässt man sich nicht gerade bei Dingen, die keinen Einfluss auf unser zukünftiges Lebensmodell haben, gerne einfach mal inspirieren durch eine gute Empfehlung? Und in wieweit gewöhnt man sich an diese Entscheidungsfreiheit, als dass es einem fehlen würde, wenn man irgendwann gefragt wird „Milch oder Zucker?“ statt „Frappuchino latte, grande, mini oder tall?“

Auf Werbeblogger  kann man lesen, dass McDonalds in den USA gerade eine tolle Kampagne namens „Unsnobby Coffee“ startet. Damit soll sich das Image des McCafé ganz bewusst von dem der Lifestyle Cafés wie Starbucks, Costa Coffee etc. abheben. Frei nach dem Motto: Du willst ein Käffchen, Du kriegst es – ganz einfach! Damit bewegen Sie sich wieder zurück zum Ursprung – zum Anbieten von einfacher Ernährung zum günstigen Preis.

John Maeda, der Autor von „Ten Laws of Simplicity“ würde sich freuen! Albert Einstein würde jedoch im Gegenzug warnen: „Alles sollte so einfach wie möglich gemacht sein, aber nicht einfacher.“

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