Designing Web Navigation – jetzt auf deutsch

Der große Klassiker Designing Web Navigation von James Kalbach (erschienen im O’Reilly-Verlag) gibt es nun auch in deutscher Sprache. Das ist besonders schön für Menschen, wie mich, die es noch nicht gelesen haben – wir können es uns nun einfach machen und direkt die deutsche Version lesen :-)

Etwas erstaunt bin ich allerdings über Titel und Layout. Erstrahlte die englische Variante noch im „web2.0igen“ O’Reilly-Layout mit typischem Tier oben drauf, kommt die deutsche Übersetzung mit dem lustigen Namen „Handbuch der Web-Navigation“ stilistisch eher etwas verstaubt daher spaziert und wenn man die Augen halb schließt und beide ansieht, dann könnte man denken, die deutsche Version wäre die um viele Jahre ältere Version… Meiner Meinung nach fühlt sich das Layout nicht neu an. Aber das könnte auch einfach meine subjektive Wahrnehmung sein…

Natürlich sagen „Look & Feel“ wenig über den Content aus, denn laut James Kalbach hat sich bis auf verbesserte Screenshots, daran nichts geändert. Ich denke aber gerade wieder an eine Freundin aus dem Studium die immer hartnäckig dafür plädiert hat, doch immer ein Auge der Ästhetik auf Scribbels oder erste Entwürfe zu werfen – denn „das Auge isst mit“ hatte sie immer gesagt – und oft recht behalten…

Was mich jetzt aber natürlich zum Nachdenken bringt ist ein generelles Problem mit englischen Titeln: der Titel – „Designing Web Navigations“ hört sich gut an – auch vertraut in der Webwelt. Der deutsche Titel „Handbuch  der Web-Navigation“ klingt dagegen sehr altbacken. Ich assoziiere mit einem Handbuch wenig gutes und inspirierendes, eine Gebrauchsanweisung zum Beispiel – nie käme ich auf die Idee freiwillig eine zu lesen…

Wie kann man da aber eine gute Lösung finden? Erfahrungsgemäß neigen viele ja dazu, im Arbeitsalltag alles zu „verdenglishen“, also Anglizismen zu übernehmen. Eigentlich bin ja schon ein Fan der Übersetzung. Aber muss das zwangsläufig immer gleich die Titel-Coolness in Mitleidenschaft ziehen? Okay, hier mal freestyle ein paar Versuche, den Titel mit etwas mehr Pepp zu übersetzen – natürlich nur zum Quatsch :-)

– Wie Sie eine Web-Navigation gestalten (ganz großes Kreativen-Tennis)
– Web-Navigationen 2.0 (immerhin passt es zu O’reilly)
– Per Navigation in’s Internet (… and thanks for all the fish)
– Suchen Sie noch oder navigieren Sie schon? (klingt irgendwie schwedisch…)
– Web-Navigation für Dummies (äh…)
– Der kleine Web-Navigator (Zusatzkapitel: Wie man ein Schaf zeichnet…)
– 1 – 2 – 3 Web-Navigation herbei (*hex hex*)
– Web-Navigationen – einfach gemacht
– Tipps & Trends für die Web-Navigation

Bin gespannt auf weitere Vorschläge :-)

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2 thoughts on “Designing Web Navigation – jetzt auf deutsch

  1. Hi Andrea,

    ich war auch überrascht, dass der Cover und der Name anders waren. „Handbuch“ ist für mich irgendwie typisch deutsch (no insult intended), wobei deutsche „Handbücher“ manchmal 12 Bänder umfassen. :-)

    Der Begriff „Handbuch“ ist aber passend, glaube ich, weil man den Text nicht von vorne bis hinten linear lesen muss, und man kann bestimmte Themen nachschlagen. Deine Vorschläge sind schon peppiger–habe mich gefreut, dass du Gedanken darüber gemacht hast.

    Hope you enjoy the book!
    Jim

  2. Also, ich kann dir nur zustimmen. Ich hab mir das Buch bestellt ohne genauer auf das Cover zu achten. Aber als ich es dann in den Händen hatte, war ich auch leicht verwundert über das etwas altbackene Layout. Da gefällt mir das englische Cover auch besser. Ich weiß zwar nicht ob es bei der englischen Version anders ist, aber ich finde bei der Deutschen auch das Format nicht ganz so gut gewählt. Die Seitenbreite und die dadurch relativ langen Zeilen erschweren das Lesen ein bisschen. Aber auf der anderen Seite finde ich die Struktur sehr gelungen. Man kann wirklich sehr schnell einzelne Themengebiete nachschlagen und muss das Buch nicht linear lesen. Insofern ist Handbuch wohl wirklich ganz passend, auch wenn es nicht so spannend klingt. ;)

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