Ich prokrastiniere, also bin ich

Die Zeit als Studentin ist schon ’ne Weile her, aber ich erinnere mich noch gut an die „Morgen ist auch noch ein Tag“-Diplomzeit. Die Aufschieberitis oder auch Prokrastination, hat einen dann oft in den Fängen, wenn man unter komplett freier Zeiteinteilung arbeitet.

Das Phänomen Prokrastination ist schon sehr lange bekannt, gerade in Zeiten der digitalen Ablenkung wird aber wieder verstärkt ein Fokus darauf gelegt – und ruckzuck klickt die Maus wie von selbst zu den schönen Social Networks anstatt weiter an einem Bericht zu schreiben. Gerade bei Schülern wird das bestimmt noch zu einem sehr kritischen Thema werden (wenn es das nicht schon ist).

Auf Wikipedia findet man folgende Definition für die Aufschieberitis:
Aufschieben (auch Prokrastination, Aufschiebeverhalten, Handlungsaufschub) ist eine Bezeichnung für das Verhalten von Menschen, die das Erledigen notwendiger, aber ihnen unangenehmer Dinge immer wieder verschieben. Aufschieben ist jedoch auch eine wichtige Kulturleistung, eine traditionsreiche Strategie.“

Viele Arbeitgeber haben mittlerweile reagiert und Seiten wie MySpace, YouTube, eBay oder Facebook für ihre Mitarbeiter gesperrt. Im Studentendasein, mit viel Arbeit von zu Hause ist die Gefahr allerdings am größten. Der Spiegel hat vor kurzem einen Bericht geschrieben, der in meinen Augen etwas zu kritisch ist und dort von Prokrastination als Krankheitsbild spricht. Trotzdem ein guter Einstieg in’s Thema.

Der Spiegel: Trendleiden Aufschieben gefunden auf Imgriff

Dabei werden Tipps von Experten gegeben, um die Aufschieberitis in den Griff zu kriegen, z.B. pünktlich anfangen, realistisch planen, die Arbeit strikt vom restlichen Tagesinhalt trennen. Natürlich sind das eher high-level-Tipps, die nicht so richtig auf die jeweilige Person zugeschnitten sind. Im Artikel wird auch gesagt, dass es Typsache ist, also die einen seien eben mehr „anpackend“, die anderen „aufschiebend“. Ähnlich wie mit den Eulen und Lerchen also, wenn es um das morgendliche Aufstehen geht.

Ich finde allerdings, gerade im Berufsleben lernt man, sich selbst zu strukturieren (egal welcher Sorte Typ man angehört. Schließlich steht man ja auch früh auf, obwohl man eher eine Eule ist) und mein Leitspruch ist daher: „Es gibt nichts gutes, außer man tut es“ – eine gut strukturierte ToDo-Liste hilft da schonmal ungemeint. Hier kommen also meine persönlichen Anregungen gegen Aufschieberitis für alle Bummler, Verpeilten oder einfach mit Arbeit zugeschütteten Menschen da draußen :-)

GTD-Getting things done
Das GTD-Prinzip hat viele Vorteile, wenn es auch lange dauert, sich das Prinzip anzugewöhnen. Ich habe mir ein paar Tipps daraus zu Herzen genommen, z.B. dass man unterscheiden sollte zwischen kleinen Aufgaben, die direkt zu erledigen sind, oder Projekten, die mehrere Teilaufgaben beinhalten. Johannes hat mal eine coole Zusammenfassung gemacht – sehr empfehlenswert!

(Bild: GTD-Workflow)

Die Eisenhower-Matrix
Ein Kollege, Projektmanager natürlich :-) hat mir während meiner Arbeit in Zürich die Eisenhower-Matrix empfohlen, die hat auch ihre Vorteile und ist sich leicht anzueignen. Man braucht lediglich eine Vorlage, die man sich für jede Woche ausdruckt. Bei dieser Art des Zeitmanagements ordnet man seine ToDos nach Dringlichkeit und nach Wichtigkeit in vier Quadranten (Sehr wichtig, weniger wichtig, sehr dringend, weniger dringend). Allerdings eignet sie sich schlecht für Kreativarbeit, da die Aufgaben sich dort ja ständig verändert, bzw. wiederkehren. Besser geeignet ist die Eisenhower-Matrix für Administrative und Koordinierende Aufgaben, z.B. Exceltabelle updaten, Email an xyz schicken… Was auch etwas fehlt ist ein bisschen Platz zum erfassen des Status‘. Den hab ich mir aber immer selbst reingekritzelt. (Danke an Jo)

(Bild: Wikipedia)

Yahoo-ToDo-Widget
Das ist ein Lieblingstool von mir, weil es als Desktop-Widget funktioniert und trotdem echt vielseitig ist. Man trägt seine ToDos einfach in das Tool ein und sortiert sie dann nach Must-Should-oder Goodness. Außerdem kann man die ToDos zusätzlich in eine Sparte einordnen, z.B. Job, Familie oder sonstwas. Als dritte Ebene sortiert man die ToDos zeitlich ein, also bis wann sie zu erledigen sind. Da gibt’s dann z.B. Today, This Week, This Month zur Auswahl.

Hat man ein ToDo erledigt klickt man einfach auf dieses grüne Icon und es wird automatisch im Ordner „Done“ abgelegt. Dort kann man am Ende des Tages schauen, was man schon so schönes gemacht hat. Ein sehr schönes Gefühl! Die Usability des Widgets ist leider etwas fragwürdig, weil man die Einstellungen über das Kontextmenü der rechten Maustaste macht, leider funktionieren da keine Shortcuts. Das könnte wirklich mal verbessert werden.

(Bild: Yahoo)

Stift und ein großes Blatt Papier
Als bestes Tool für die Tagesplanung hat sich allerdings immerwieder Stift und Papier bewiesen. Das hat natürlich den Nachteil, dass man es schlecht archivieren kann, dafür dann am besten ein digitales Tool. Allerdings kann man auf Papier freudestrahlend erledigte ToDos durchstreichen, abhaken, rausschneiden, abfackeln, zerknüllen – je nachdem wie froh man darüber ist, dass es endlich erledigt ist. Außerdem hilft es enorm bei der Tagesplanung und hält den Kopf frei.

(an dieser Stelle bitte eigenes Bild vorstellen – ein bisschen Fantasie bitte :-)

Und hier noch eine kleine Linksammlung mit mehr Tipps und Infos:

Advertisements

4 thoughts on “Ich prokrastiniere, also bin ich

  1. @Angela: Danke für den Link auf meinen imgriff.com-Artikel über die Unschedule-Methode!
    @Jörg: Kleine Korrektur: „Things“ ist nicht Freeware, sondern es handelt sich um eine Alpha-Version. Die definitive Version (erscheint im Sommer) wird dann etwas kosten. D.h. man muss vorsichtig sein, wenn man dem Programm seine Daten anvertraut, da es noch nicht ausgereift ist. Kein Problem – wenn man weiss, was man tut! Ansonsten hast Du recht:“Things“ ist ein geniales Programm!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s