Tag 1 auf der Re-Publica

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Der erste Re-Publica Tag ist rum und ich muss sagen: es ist mal wieder schön! Vieles ist ähnlich wie im letzten Jahr, z.B. gibt es die SMS-Wall wieder. Hier konnte sogar auch mit Twitter-ID kommentiert werden. Die Kalkscheune ist eine super Location, teilweise sind die Räume etwas überfüllt, aber nicht extrem.

Neu war die Kunstaktion „Follow Me“, bei der man sich „ganz offline“ mit eigener Twitter-ID anmelden konnte und bekam dann für gerade mal 1,- EUR eine Anstecknadel und einen Bogen Sticker mit dem eigenen Twitter-Pic drauf. Die kleben sich seitdem alle bunt durcheinander gegenseitig auf die Re-Publica „Schreibunterlage“ (oder wie nennt man die Dinger?). So habe ich allein gestern in kurzer Zeit mehrere meiner Twitter-Follower persönlich kennen gelernt. Wirklich eine sehr gute Idee! Bei dieser Gelegenheit musste ich an meine Diplomarbeit denken, in der ich ja auch überlegt hatte, Leute, die sich online für’s Kino zu verabreden mit einem Button auszustatten mit dem Nickname drauf, zur Wiedererkennung. Auch wenn die Diplomarbeit nun längst in ’ner Schublade schlummert, freut’s mich, dass diese Idee so fabelhaft funktioniert :-)

Vieles ist definitiv besser geworden: obwohl mehr Leute da sind als im letzten Jahr gibt es genügend Strom, Sitzplätze und Verpflegung, um die menschlichen und maschinellen Akkus aufzuladen.

Zu den Vorträgen bin ich in diesem Jahr nicht „einfach überall mal hingegangen“ wie im letzten Jahr, sondern habe bewusster geschaut, was mich interessiert. Angeschaut habe ich mir natürlich die „Zukunft der Social Networks“ mit Podiumsteilnehmern von Mixxt, StudiVZ und MySpace. Leider war ich etwas enttäuscht, dass es so wenig über Zukunft ging und die Herren fast nur gerechtfertigt haben, was sie tun und fest darauf beharrt haben, dass Sicherheitslücken innerhalb ihrer Netze kaum möglich sind. Persönlich glaube ich ja, es ging ihnen eher darum einfach mal präsent zu sein. Für jemanden wie mich, der sich intensiv mit Social Networks beschäftigt, war das leider eher eine Schnarchveranstaltung…

A propos Schnarchveranstaltung, den Vortrag „Zukunft des Dialogmanagement“ von Value5 habe ich vorzeitig verlassen, um zu „Blogs vs. Journalismus“ zu wechseln. Dachte, ich könne etwas lernen über Dialogmanagement, stattdessen war der Vortrag sehr funktions- und wenig userorientiert. Mich hätten die Szenarien dazu interessiert, der konkrete Anwendungsfall für ein System wie Value5 es anbietet. Nicht ausschließlich, wie toll sie sind und was sie alles können, der typische IT-Ansatz. Immerhin gab es einige Folien, die man bei der Google-Bildersuche unter dem Schlagwort Web2.0 finden kann.

Zu Blogs vs. Journalismus wollte ich erst nicht, da ich eine klassische schwarz/weiße Diskussion befürchtet habe. Aber als ich da war, war es wirklich super-interessant. Vorallem die Beiträge von Mercedes Bunz und Johnny Häusler waren mehr auf alle Fälle von der durchdachten, nicht von der selbstdarstellerischen Sorte. Zum Beispiel erwähnte Ms. Bunz, dass man doch nicht immer gleich auf jeden Zug aufspringen sollte, z.B. vor kurzem brauchte auf einmal jede Firma einen Blog, jetzt muss es was mit Video sein. Lieber kritisch recherchieren erstmal, ob’s Sinn macht, sagt sie. Finde ich auch. Besonders die Aussage, dass man doch aufhören solle, immer strikt nach klassischen und Onlinemedien zu trennen, sondern vielmehr endlich einsehen, dass es eine starke Marke geben sollte, bei der man dann genau überlegt, welche medialen Kanäle damit in qualitativ hochwertiger Form bespielt werden können.

Highlight des Tages war dann gegen Abend das Musical Web-Side-Story von Spreeblick. Texte wie „ich war so Web2.0, die ganze Welt war mein Interface“ oder „gruschel dich selbst, studiVZ“ haben den ganzen Saal zum Toben gebracht. Einfach herrlisch!

Nach ’nem Bier hab ich mich dann mitschleifen lassen, zum Pornos anschauen Porno2.0-Vortrag. Der hätte lustiger sein können als er war, aber mit dem Macbook auf dem Schoß und einem zweiten Bierchen in der Hand, war das ganz ok. Interessant, wie viele Frauen da auch interessiert waren. Hätt ich nicht getippt. Viele öffentliche YouPorn-Bekenner auch. Mutig eigentlich…

Zu Twitter hab ich noch zu sagen: Super! Hab ja erst vor kurzem angefangen mit dem Kram, aber hab jetzt fast das Gefühl, dass die Bloggerei sich zumindest hier im Re-publica-Umfeld komplett auf’s Twittern verschoben hat. Ein beispielhafter Fall: Jovelstefan steht vor ’ner Tür und twittert Bin ich hier richtig? Komm mal jemand zur Tür!, wenige Sekunden später twittert er „Großartig, 20 Sec nach meinem letzten Tweet macht mir der Gastgeber die Tür auf. Klingeln ist sowas von 2007„. Wirklich toll, oder? :-) Glaube ich werde immer größerer Twitter-Fan. Vorallem schon, weil man da einfach fröhlich lostwittert, die Blogeinträge aber dann in Ruhe und überlegt machen kann…

Freue mich schon auf den 2. Tag Re-Publica heute. Jetzt geh ich erstmal frühstücken… Man sollte übriges sehr aufpassen, überall fotografieren Sie. Gestern schon einmal erwischt. Mist :-)

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