Die Geschichte vom kleinen Knopf

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Wo immer wir eine Aktion auslösen, der Knopf, mittlerweile verdenglished und als „Button“ bekannt, ist unser ständiger Begleiter. Mit ihm knipsen wir das Licht, den Rechner, das Handy, die Spülmaschine, das Radio, den Fernseher, den DVD-Spieler und vieles anderes an oder aus. Im digitalen Leben stehen uns Buttons zur Seite, wenn wir senden, bestätigen, korrigieren, speichern, veröffentlichen, abbrechen oder sonstwas wollen. Dabei hat es der Knopf geschafft, sich als mentales Modell in die Pixelwelt einzuschleichen, die meisten Buttons sind ja meist 3-dimensional, und einem Knopf in seiner Gegebenheit nachempfunden, damit der Nutzer weiß, dass er klickbar ist.

Mittlerweile verschwimmen aber immer mehr die Grenzen. Hat jemand schonmal das iPhone bedient? Ich hatte gestern das Vergnügen, es in der Hand zu halten, und ja – es macht mir fast schon Angst – es ist GROSSARTIG! Und lustigerweise geschieht alles mit nur einem Knopf. Der Rest wird bekanntermaßen via Touchscreen bedient. Die meisten Buttons gibt es momentan noch in drei Status-Stufen „passiv“, „mouse-over“ und „aktiv / gedrückt“.

Das alles entfällt beim iPhone. Gestern hatte ich das Vergnügen, so etwas in der Hand zu halten bzw. war’s ein iPod Touch, was aber der tollen Bedienung keinen Abbruch macht, sie ist nämlich identisch. Mouse-Over-Effekte gibt’s nicht, da muss man sich erst gar nicht lange dran gewöhnen, weil man eben direkt sieht, wie sich die Haptik auf dem Bildschirm auswirkt. Mit zwei Fingern lassen sich kleine Textabschnitte vergrößern und ranzoomen. Wie von Zauberhand dreht sich die Ansicht von Quer- auf Längsformat, sobald man das Teil um 90° dreht. Zumindest beim SMS-schreiben hatte ich meine Zweifel, dass die psychologische Bestätigung (befriedigendes Klicken oder unauffälliges Geräusch, physischer Wiederstand, etc.) durch den Touchscreen wegfällt. Aber sogar das klappt nach etwas Übung ganz gut. Es ist zum Ausrasten, so abgefahren ist das!

Natürlich stellen sich mir jetzt Fragen wie: Was ist mit den Buttons passiert? Befinden wir uns in einer Revolution der Knöpfe? Sind wir bald noch in der Lage, Geräte zu bedienen, die nicht multi-touch-fähig sind? Wie wirkt sich das auf den Anspruch der Nutzer aus?

Ein gutes Beispiel dafür bietet die Spiele-Industrie. Dort wird seit Jahren der Abstraktionsgrad immer geringer, die Grafik stetig verbessert. Der Assoziationsspielraum immer kleiner. Der Anspruch der Nutzer ist ins unendliche gestiegen. Kann sich jemand noch an Atari erinnern? Manche Stimmen sagen, es wäre wieder Trend, mehr zu Abstrahieren. Ob das wahr ist?

Auf der Ignite Portland Konferenz gab’s vor ein paar Tagen einen Vortrag über die Geschichte des Buttons. Ignite ist eine Konferenz, gesponsort von O’Reilly, auf der jeder Speaker nur 5 Min. Zeit und 20 Slides zur Verfügung hat, um etwas Großartiges auf die Bühne zu bringen. Sehr sehenswert!

Hier geht’s direkt zur Slideshow – viel Spaß!

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